Die folgende Geschichte ist ein schönes Beispiel für den Beginn eines erfolgreichen Coachings. Sie schildert die ersten 20 Minuten des ersten Gespräches mit meines Klienten Manfred*, die ich dank seiner Mitwirkung am Text und mit seiner Erlaubnis hier schildern darf:

Etwas nervös betrachtet Manfred das Klingelschild. Denn in so einer Praxis war er noch nie. Das Wort Coaching steht auf dem Schild, und auch etwas von psychologischer Beratung. „Früher hieß sowas Irrenarzt, der sich in den Anstalten um die Verrückten kümmerte, toll, jetzt gehöre ich auch dazu“ denkt Manfred.

Manfreds wahre GeschichteNun steht er etwas unsicher da, mit ein paar Zetteln voller Notizen, die er sich in den letzten Wochen gemacht hat, was welcher Arzt gesagt hat, wie es ihm wann ging und noch einiges mehr. 

Als er eben zum Hauseingang ging, kam ein Mann aus der Tür, schicker Anzug, teure Kravatte, gepflegt und dynamisch, so wie Manfred bis vor Kurzem auch war. Offenbar gut gelaunt hatte der Mann sich noch einmal umgedreht und sich mit einem „Tschüss, bis nächste Woche“ verabschiedet. Das hatte Manfred etwas beruhigt, scheinbar laufen hier doch keine Verrückten herum.

Manfred schaut dem Mann hinterher und drückt dann beherzt auf den Klingelknopf. Es summt, er drückt die Haustür auf und ein paar Stufen höher steht der Coach in der Tür. Er lächelt, begrüßt Manfred und bittet ihn herein.

„Seltsames Sprechzimmer“, geht es Manfred durch den Kopf, gar nicht wie in diesen seichten amerikanischen Filmkomödien! Er vermisst die klischeehafte Ledercouch, stattdessen steht dort ein modernes Sofa, ein Flügel, Regale mit Fachbüchern, ein Schreibtisch mit Monitoren, irgendwie sachlich und doch auch einladend und gemütlich.

Und der Coach sieht auch nicht aus wie die leicht verhuscht wirkenden Filmpsychiater, sondern ganz normal und sympathisch, freundlich und lässig, etwas zu rundlich? Manfred muss an Walt Disneys Balu den Bären denken und fängt an zu schmunzeln. Der Coach grinst, kann er Gedanken lesen?

Dies sei ein Vorgespräch, erklärt er, so eine Art Testlauf, ob Manfred mit ihm arbeiten könne und wolle und leider gebe es etwas Papierkram am Anfang. Aber das ist Gott sei Dank schnell erledigt und der Coach beginnt sich mit Manfred zu unterhalten. Nicht spezielles, ein bisschen Smalltalk um sich kennenzulernen.

Manfred entspannt sich, der Coach ist offenbar wirklich kein Unmensch und wenn er schon einmal da ist will er es auch durchziehen. Er nimmt seine Zettel und beginnt zu erzählen.

„Nichts geht mehr!“ sagt er. Seit einem halben Jahr hat er immer diese Schmerzen unten in der Wirbelsäule, er war schon dreimal eine Woche lang krankgeschrieben, und das in seiner Position!

Wenn er läuft, geht es ja, aber sobald er steht oder sitzt tut es weh. Manchmal ist es so, als ob ihm plötzlich ein Messer zwischen die Wirbel gerammt wird, dann muss er eine Weile herumlaufen bis es besser wird. Und immer diese starken Schmerzmittel, Manfred kann die Schachtel schon gar nicht mehr sehen.

Bei vielen Ärzten war er, zuerst beim Hausarzt, der ihm Schmerztabletten verschrieben hat. Als die nicht mehr halfen, war der Orthopäde dran, der Manfred dann gleich zum Radiologen schickte. Die Auswertung der teuren Computertomographie ergab aber auch nichts weiter als eine „leichte Veränderung im Lumbalbereich“, ganz normal sei so etwas in seinem Alter, hatte der Radiologe gesagt. Wochenlange Physiotherapie und Massagen folgten, ohne wirklich dauerhaft zu helfen.

Manfred ist gerade einmal 45, bis vor 6 Monaten noch fit wie ein Turnschuh, nur ab und zu eine kleine Erkältung. Na gut, vor 6 Jahren hatte er mal ein paar Wochen lang immer wieder diesen heftigen Druck auf der Brust. Aber da war damals viel Stress mit seiner Ehe gewesen, das hatte er sich wohl sehr zu Herzen genommen.

Ansonsten fehlte ihm nie was, das wäre auch gar nicht gegangen, denn Manfred ist leitender Angestellter in einem großen Konzern, ein viel beschäftigter und wichtiger Mann! Die aktuellen Krankschreibungen wegen der Rückenschmerzen hätten seiner Personalakte sicher nicht sehr gut getan, sagt er.

Seit ein paar Wochen ist er aber bei der Arbeit auch nicht mehr bei der Sache, es macht ihm einfach keine Freude mehr. Abgesehen davon dass er ja kaum noch sitzen kann, ist er irgendwie anfälliger für Erkältungen. Jeder Luftzug macht ihn seit Neuestem krank; in den letzten 3 Monaten folgte ein Schupfen dem nächsten.

Manfred verzweifelte zusehends, nicht nur an seiner Gesundheit, auch an seiner beruflichen Kompetenz und an sich selbst. Auch mit seiner Frau klappt es nicht mehr so richtig, eigentlich ist Manfred das aber irgendwie schon fast egal, es passt ja zu so einem Versager!

Irgendwann beim Hausarzt, bei der Erneuerung seiner diversen Rezepte, hat er dann einfach mal angefangen zu reden. Der Arzt hatte zwar erst wenig Zeit für den offenbar nur sehr schlecht therapierbaren Dauerpatienten, dann hat er aber doch zugehört.

Die depressive Stimmung und die beinahe ängstliche Verzweiflung seines Patienten gab den Ausschlag: „Gehen Sie doch mal zu einem Psychiater oder psychologischen Berater“ war sein Ratschlag. Und deshalb sitze er nun hier, sagt Manfred resigniert, „Ich brauche einfach Hilfe!“.

Der Coach hat bislang ruhig zugehört, nur ab und zu etwas genickt. Nun beginnt er ein paar Fragen zu stellen, fagt nach scheinbar nebensächlichen Dingen, aber Manfred merkt wie etwas in seinem Kopf anfängt zu arbeiten. Offenbar waren die Fragen doch etwas hintergründiger.

Manfred legt seine Zettel weg als brauche er sie nicht mehr. Ja, es gab natürlich irgendwann einmal die eine oder andere Sache in der Firma, merkt er an, und irgendwie sei das alles wirklich sehr ungerecht gewesen!

In seinem Konzern war vor einem Jahr intern eine hohe Position ausgeschrieben worden, eine Aufgabe für die er seiner Meinung nach wie geschaffen war. Leider gab es einen Konkurrenten, ausgerechnet Sebastian Schmidt*, ein guter Freund und ranggleicher Kollege aus einem anderen Unternehmensbereich hatte sich ebenfalls auf die Stelle beworben.

Fast sechs Monate hatten sie sich hinter den Kulissen einen regelrechten Kampf geliefert und je härter die Bandagen wurden, mit denen gekämpft wurde, umso mehr war ihre Freundschaft zerbrochen. Zum Schluss hatten sie kein Wort mehr miteinander gesprochen.

Letztendlich bekam Sebastian die Stelle, eher überraschend, denn einer der Vorstände hatte Manfred noch kurz davor signalisiert, das er wohl der Favorit wäre. Für Manfred war damals beinahe die Welt zusammen gebrochen, so viel Arbeit und Engagement für nichts! Es war fast wie ein Tritt, ein Tritt ins Kreuz! Und 2 Tage später begannen dann die Schmerzen in der Wirbelsäule…

 

* Manfred und Sebastian heißen natürlich nicht wirklich so, doch am Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit ändert das nichts: Das Coaching machte aus Manfred im Laufe von einem halben Jahr und seinerzeit etwa 15 Sitzungen wieder einen schmerzfreien und lebensfrohen Menschen, mit (wieder) intakter Ehe und Spaß an der Arbeit!

Er kommt aus eigenen Wunsch auch heute noch regelmäßig einmal im Quartal bei mir vorbei, zur Bestandsaufnahme und zum Feedback, er nennt diese Termine „Wartungsarbeiten“.

Offenbar ist die „Wartung“ erfolgreich, denn er hat sich bei mir Anfang 2015 überschwänglich bedankt: Ihm wurde inzwischen in seiner Firma eine Position angeboten,  die deutlich über seinem damaligen Traumjob angesiedelt ist.

Wenn es Sie interessiert: Weitere (kurz gefasste) Kundenmeinungen finden Sie hier.

 

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