Eine Krankheit mit vielen Gesichtern
Das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass 10% aller Deutschen akut von einer Depression betroffen sind und dass gut fünfzehn Millionen Menschen (20% der Bevölkerung!) bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. Doch diese Zahlen sind wohl eher zu niedrig angesetzt, was mit der vermutlich sehr hohen Dunkelziffer zusammenhängt, da viele Depressionen gar nicht erst als solche erkannt werden. So erklärte beispielsweise der britische NHS in einer flächendeckenden Informationskampagne, dass fast jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal an einer Depression leide.
Dabei sind die Auslöser und Ursachen vielfältig, was eine gesicherte Diagnose häufig deutlich erschwert. Hinter Gefühlen wie allgemeiner Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und teilweise auch körperlichen Symptomen wie Müdigkeit, Glieder-, Kopf-, Magen- oder Herzschmerzen sowie zahlreichen weiteren (psycho)somatischen Erscheinungen steht nur zu oft kein gesichertes klinisches Krankheitsbild, sondern eine "handfeste" Depression.
Es ist jedoch keineswegs immer nur der oft zitierte Stress an einer Depression Schuld, vielmehr können auch genetische Ursachen, neurobiologische Faktoren, Hormonschwankungen, Medikamente, Alkohol, Drogen, psychischer Druck, traumatische Erlebnisse sowie zahlreiche andere Auslöser zum Entstehen einer Depression beitragen.
Insgesamt werden bei Frauen im Durchschnitt doppelt so viele Fälle von Depressionen diagnostiziert wie bei Männern, bei denen wiederum die depressionsbedingte Suizidrate erheblich höher ist als bei Frauen. Dies mag in erster Linie mit den unterschiedlichen sozialen Rollen und Zuschreibungen zusammenhängen, zudem können sich Depressionen bei Männern auch anders ausdrücken als bei Frauen.
Während Frauen eher zu den "klassischen" Symptomen einer Depression neigen (Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Traurigkeit, innere Leere etc.) und diese auch leben, versuchen Männerin der Regel, die Symptome durch Arbeitswut, Sportsucht, Aggressivität oder Alkoholmissbrauch zu verdecken. Männer begeben sich außerdem tendenziell seltener in ärztliche Behandlung, erzählen weniger über sich, schämen sich meist ihrer Krankheit, verheimlichen ihr psychisches Leiden und erhalten deshalb nicht die nötige Hilfe.
Erfreulicherweise kommen aktuelle Studien zu dem Ergebnis, das die tatsächliche Häufigkeit depressiver Erkrankungen in unserer Gesellschaft zwar langsam zunimmt, dafür jedoch ein wesentlich stärkerer Anstieg an positiven Diagnosen zu beobachten ist. Dies dürfte vor allem auf ein gestiegenes Problembewusstsein und eine höhere Akzeptanz der Erkrankung zurückzuführen sein.
Fühlen Sie sich von einer Depression betroffen?
Machen Sie den Depressions-Check und
rufen Sie mich einfach an, ich informiere Sie gerne unverbindlich und ausführlich über die Möglichkeiten eines depressionsspezifischen Coachings.